Bayerisch-bissig, nachhaltig gesund

Ein gutes Image, Aushängeschilder nach außen, sind für Firmen heutzutage unglaublich wichtig. Am Ende geht es immer nur um den Brand. Aber was sind eigentlich Aushängeschilder? Marken, Mitarbeiter oder ein Produkt? Für viele fällt auch die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in diese Kategorie. Gerade BGF muss aber mehr sein als einzelne Aktionen, die immer nur die gleichen Mitarbeiter erreichen, mehr als nur ein Aushängeschild nach außen, das immer dieselbe Gruppe von Menschen anspricht. Es muss alle erreichen, immer und überall, nicht nur dann, wenn das Unternehmen es sich wünscht.

Was ist zum Beispiel mit den Auszubildenden? Haben wir sie in letzter Zeit vergessen? Und geht BGF auch in Bereichen, wie dem Handwerk, einer für Deutschland so wichtigen Berufsgruppe, auf?

Meine Gedanken für das neue Jahr – ein sicherlich entscheidendes Jahr für viele!

Bei den Baubesprechungen in unserem neuen Wohn- und Geschäftshaus in der Landshuter Innenstadt kamen regelmäßig zwei Themen auf: Zeit und fehlende Mitarbeiter. Im Gespräch mit dem Vorarbeiter Thomas Holzinger erfuhr ich, dass seit drei Jahren zwei Bewerbungen um 4 Ausbildungsplätze eingegangen sind. Früher haben in diesem Zeitraum fünf bis zehn neue Auszubildende gar begonnen. 2018 war es lediglich ein einziger.

Fakt ist, unser im niederbayerischen Straubing beheimatetes Bauunternehmen ist kein Einzelfall. Handwerksbetriebe haben generell Probleme, überhaupt Nachfolger zu finden und junge Menschen nachhaltig zu motivieren. Da findet das Thema BGF meistens nicht unter den ersten drei Prioritäten Platz. Aber selbst in kaufmännischen Jobs wird es immer schwieriger, motivierte, junge Menschen an das Unternehmen nachhaltig zu binden. In vielen deutschen Bundesländern stehen die Berufsschulen und Fachakademien leer, weil nahezu jeder an eine Universität will, um zu studieren. Es ist sexy, immer und überall, nachmittags und abends, im Hörsaal, der Bibliothek oder Mensa digital mit Kommilitonen, Freunden und anderen Menschen vernetzt zu sein. In den meisten Jobs nach der Uni stehen ein Diensthandy, Intranet oder Messengerdienste zur Verfügung, heißt, es bleibt auf einer Ebene „Social Media und Networking.“ An oberster Priorität steht nach aktuellen Studien bei über 90 % der jungen Menschen bis 24, News, Bilder oder Videoclips in stündlich wechselndem Modus zu erhalten, liken und zu teilen.

Ich glaube, dass bei vielen Handwerksbetrieben, beziehungsweise inhabergeführten Unternehmen, dies noch nicht verstanden worden ist. „Es ist nicht immer nur das Geld“, sagte unser Vorarbeiter Thomas Holzinger. Was fehlt, seien oftmals Dinge wie Digitalisierung, „coole“ Weiterbildungsmaßnahmen und vor allem Anerkennung. „Bei uns im Unternehmen zieht das langsam ein“, fügte er hinzu. Was er damit genau meinte, ist dass die Inhaberfamilie seines Unternehmens, den zweitägigen Ausflug in den Europapark, die Grillparty im letzten Juli, Oktobersamstags die Schnitzeljagd und viele weitere Themen über Social-Media-Kanäle mittlerweile spielt. Zu den Mitarbeiterevents kommen noch Kommunikations- und Rhetoriktraining sowie gesunde Ernährung dazu.

Wie schön ist es doch zu sehen, dass meine Gedanken von vor zehn Jahren heute Realität sind: Wenn man alle in einer Firma erreichen will, wird eine hochtechnologische Basis für jedes Unternehmen benötigt, worauf man aufbauen kann. Einzelne Maßnahmen haben ausgedient!

Genau diesen Weg gehen auch wir mit PROFESSION FIT. Die nächsten 2 Jahre müssen genutzt werden, in dem junge Menschen, unter anderem im Handwerk, die gleichen und noch bessere Arbeitsbedingungen bekommen wie ein Mitarbeiter in der Produktion von einem großen Werk.

Die weltweit tätige Schaeffler Gruppe hat diesen Weg Ende 2018 eingeschlagen: Seit Dezember erhalten fortlaufend alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werktäglich die Möglichkeit, die wechselnden Videoclips anzusehen, ihr Wissen zu prüfen, Wissenswertes zu erfragen und sich durch die Like-Funktion eine eigene gesunde Mediathek aufzubauen. Ist es nicht das, was zählt? Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, Verabredungen, das Gründen von Gruppen, gemeinsam etwas unternehmen, neue Freunde um sich wissen, immer auf dem aktuellsten Stand zu sein? Ich bin davon überzeugt, dass dies der einzige Weg ist! Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Markenbotschaftern werden lassen.

Und auch Krankenkassen lernen langsam, dass es zum einen zwar Richtlinien und Normen gibt, aber im digitalen Zeitalter eben nur dann Menschen begeistert, nachhaltig etwas tun, wenn diese auf den gängigen Kommunikationskanälen erreicht werden. Darum war auch meine Aufforderung an unseren analogen BGM Partner Motio absolut richtig: Digitale BGF muss schon in jungen Jahren nachhaltig etabliert werden. Mit Motio-Digi-Care holen wir die Auszubildenden und jungen Menschen bis 25 digital ab. Und der Erfolg gibt uns Recht. Die Anfragen häufen sich, und die meisten kommen von Unternehmen, die sich dem Thema BGF für eine junge Generation noch nicht geöffnet haben.

Vernetzung und Kommunikation sind aus dem modernen Leben und unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Sie sind die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf der Baustelle, am Fließband, der Produktion oder im Büro. Wie Thomas Holzinger so richtig erkannt hat: Es geht nicht immer um`s Geld. Es geht um den Austausch von Anerkennung und Wertschätzung, darum gesehen zu werden und an etwas Großartigem teilzuhaben und „einfach“ dazuzugehören!

Damit auch Sie künftig einfach dazugehören, habe ich mich aufgrund der vielen Anfragen zu Vorträgen entschieden, meinen höchst eigenen BGF-Ratgeber zu schreiben, der ab Juni im Handel mit dem Titel „Bernhard Schindler: Warum es immer nur 10 % tun – Der etwas andere Leitfaden für eine erfolgreiche, digitale Betriebliche Gesundheitscommunity“ vorzufinden ist. Hier werde ich vor allem praktische, einfache und witzige Tipps für die Umsetzung einer modernen, digitalen BGF im Unternehmen geben, untermalt mit meinen eigenen Erfahrungen in Form von spannenden und lustigen Anekdoten. Sie werden erfahren, wie schwer es war, als Verkäufer ohne sportwissenschaftlichen Hintergrund und mit der Liebe zur bayerischen Küche mit einer Portion bayerischer Bissigkeit, den Weg zum digitalen Marktführer zu beschreiten.

Ein schönes Beispiel dafür, dass ein Unternehmen auch mit Mitarbeitern ohne Universitätsabschluss erfolgreich sein kann, ist die Geschichte von meiner Senatorenkollegin und guten Bekannten Sina Trinkwalder. Was sie anders macht, warum Sie dies so macht und wieso sie so erfolgreich ist, werden wir unter anderem am 7. Februar im Five-to-Twelve-Talk im Businesstower in Ergolding erfahren.

Eines möchte ich Ihnen für 2019 noch mitgeben, frei nach dem Titel von einem von Sinas Büchern „Wunder muss man selber machen“ oder anders: Für Wunder in Ihrem Unternehmen sind Sie selbst zuständig!